Aquarium – Aquaristik und Wasserchemie

Aquarium – Aquaristik und Wasserchemie

Ein leeres Becken ist jedoch noch kein Aquarium. Bevor Sie das Aquarium einrichten und Fische und Pflanzen einsetzen, sollten Sie sich erst Gedanken über die Ausstattung machen. Außerdem soll ja noch Wasser ins Becken. Das heißt, dass Sie auch einiges über Wasser und seine Zusammensetzung wissen sollten, das beugt vielen zukünftigen Problemen vor.

Die Innenwände :

Lange Zeit war es Mode, Beckenwände von außen mit Postern zu schmücken. Mittlerweile ist diese Modeerscheinung vorbei. Die meisten Menschen ziehen es vor, die Innenwände Ihres Aquariums überhaupt nicht mehr zu verkleiden. Wir raten Ihnen aus zwei Gründen davon ab. Erstens sieht es recht merkwürdig aus, wenn die Tapeten quer durch das Aquarium zu sehen sind. Zweitens sind rundherum durchsichtige Aquarien ( durch die vielen Reflexionen ) wahre Stressverursacher für die Fische. Bedenken Sie, dass Sie sich für längere Zeit festlegen. Die meisten Aquarianer entscheiden sich für einen neutralen Hintergrund, der so natürlich wie möglich wirkt.

Fertige Kunststoffwände :

Im Zoofachhandel gibt es fertige Rückwände aus Kunststoff zu kaufen, die im Aquarium angebracht werden. Der große Vorteil ist, dass sie im Wasser nicht faulen und auseinanderfallen. Meistens werden sie aus durchgefärbtem Polyurethanschaum hergestellt.

Kork :

Kork wird immer beliebter. Viele Menschen haben sich zum Beispiel schon einen Korkfußboden zugelegt. Diese Popularität hat sich auch bei den Aquarianern durchgesetzt. Meistens gibt es die aus gepresstem Kork hergestellten Verkleidungen in Standardgrößen zu kaufen, zum Beispiel 100 x 50 cm. Der Vorteil dieser braunen Korkwände ist, dass sie den Aquarium eine natürliche Ausstrahlung verleihen. Kork ist jedoch ein Naturprodukt, und bröckelt im Laufe der Jahre ab. Nach einigen Jahren müssen Sie also eine neue Verkleidung anbringen.

Das Anbringen der Verkleidung :

Für das Anbringen der Korkwand benutzen Sie am besten einen dunklen Silikonkitt. Lassen Sie sich beim Kauf der Korkwände beraten. Achten Sie darauf, dass sich kein Schmutz zwischen dem Kork und der Scheibe befindet, weil so ein perfekter Nährboden für Algen geschaffen würde. Achten Sie darauf, dass die Rückwand nahtlos in die Seitenwände übergeht.

Bodengrund :

Aquarienpflanzen sind recht genügsam. Von allen notwendigen Nährstoffen brauchen sie nur sehr wenig, es sollten aber alles Nährstoffe vorhanden sein. Wenn einer fehlt, gerät die Pflanze aus dem Gleichgewicht und kann eingehen. Der Boden sollte deshalb auch nicht zu nährstoffreich sein. Die Pflanzen könnten sonst die Nährstoffe nicht rechtzeitig aufnehmen und der Bodengrund fängt an zu faulen. Wenn Sie sicher gehen möchten, verwenden Sie Aquarienkies, den es in verschiedenen Korngrößen im Zoofachhandel zu kaufen gibt.

Er wird vor der Verwendung gründlich ausgewaschen. Füllen Sie den Kies so ins Aquarium, dass die Schichtdicke nach hinten etwas ansteigt. Die kontinuierliche Nährstoffversorgung der Pflanzen wird über ausgewogene Pflanzendünger sichergestellt, die ebenfalls im Zoofachgeschäft erhältlich sind.

Das Einfüllen des Wassers :

Wenn die Innenverkleidung angebracht und der Bodengrund eingefüllt ist, können Sie das Wasser einlassen. Tipp: legen Sie eine ( saubere ) Plastiktüte oder eine Untertasse aufn den Bodengrund. Das Wasser wird beim Einlassen sonst gleich trübe, wenn es den Bodengrund aufwirbelt. Wenn das Wasser wieder komplett ruhig ist, können Sie die Tüte bzw. den Teller entfernen.

Wasserwerte :

Sie sollten die Wasserwerte Ihres Wassers kennen, damit Sie wissen, ob und wie Sie Ihr Wasser aufbereiten müssen. In diesem Ratgeber gehen wir von durchschnittlichen Wasserwerten für ein Warmwasseraquarium ( Gesellschaftsaquarium ) aus. Im Zoofachgeschäft sind Test-Sets für die einzelnen Wasserwerte erhältlich. Zudem bieten viele Geschäfte an, Ihr Aquarienwasser bzw. Ihr Leitungswasser zu testen.

Wasserhärte :

Verantwortlich für die Härte des Wasser sind die darin gelösten Mineralsalze. Die Gesamthärte gibt den Gehalt an Erdalkali-Ionen, also Kalzium und Magnesium, an. Die Karbonathärte gibt die Menge des im Wasser gelösten Hydrogenkarbonats ( Bikarbonats ) an, steht in engem Zusammenhang mit dem pH-Wert und wird auch als Säurebindungskapazität bezeichnet. Die Wasserhärte sollte im Gesellschaftsaquarium etwa folgende Wert haben: 3-10 °d Karbonathärtes und 8-20 °d Gesamthärte. Beide Werte können mit Test-Sets aus dem Zoofachhandel ermittelt werden. Bei zu hartem Leitungswasser kann die richtige Wasserhärte durch Mischen mit teilentsalztem oder vollentsalztem Wasser oder Umkehrosmose-Wasser eingestellt werden. Da sich die Anschaffung der entsprechenden Geräte für den Einsteiger nioch nicht lohnt, bieten viele Zoofachgeschäfte solches Wasser an.

pH-Wert :

Der pH-Wert ist ein Maß für den Gehalt an Säuren und Basen im Wasser, sagt also aus, ob es sauer (pH-Wert unter 7) oder alkalisch ist (über 7). Ein pH-Wert von 7 wird als neutral bezeichnet. Mit Test-Sets aus dem Zoofachhandel kann der pH-Wert leicht ermittelt werden. Die Fische im Gesellschaftsbecken kommen mit einem pH-Wert um 7 gut zurecht.

Sauerstoff :

Der Sauerstoff im Aquarium wird von den Pflanzen bei der Fotosynthese gebildet und von den Fischen, Pflanzen und Mikroorganismen verbraucht. Wenn Sie nicht zu viele Fische ( und andere Tiere ) in Ihrem Aquarium halten, und sich genügend Pflanzen im Becken befinden, brauchen Sie sich um den Sauerstoffgehalt keine Sorgen zu machen. Sollten Sie jedoch bemerken, dass die Fische immer wieder an die Wasseroberfläche kommen um Luft zu schnappen, stimmt der Sauerstoffgehalt nicht.

Sie sollten dann einen Teilwasserwechsel durchführen und über eine Luftpumpe einen Ausströmer betreiben, damit sich die Oberfläche bewegt. So kann der Sauerstoff ins Wasser aufgenommen werden. Das Wichtigste ist natürlich, dass Sie der Ursache des Sauerstoffmangels auf den Grund gehen. Mögliche Ursachen sind: zu viele Fische, zu wenig Pflanzen, Lichtmangel, Ausscheidungen der Fische und abgestorbenes Pflanzenmaterial, die von sauerstoffzehrenden Bakterien zersetzt werden, zu hoge Temperaturen ( je höher die Temperatur, umso weniger Sauerstoff ist im Wasser enthalten ).

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