Die Gefahr von Nachbarschaftslärm

Die Gefahr von Nachbarschaftslärm

Wir sind 2008 in unsere jetzige Wohnung gezogen. Dazu muss ich sagen, es ist ein Plattenbau. Dort wohnen wir in der dritten Etage. Ein Jahr später zog über uns eine junge Familie ein. Die Frau war zu diesem Zeitpunkt hochschwanger. Aber das ist ja nicht das Thema.

Als der Herr …. das erste mal auf meinen Mann traf, war schon alles klar. Das gibt Ärger. Genau zu diesem Zeitpunkt, als sie sich das erste mal sahen, hatte mein Mann farbige Kinder von unserer damaligen Nachbarin dabei. Wir haben des öfteren mal auf die Kids aufgepasst. Der Blick des Nachbarn sagte schon alles aus: „Oh Gott, hier wohnen auch noch Schwarze.“ Aber das interessierte meinen Mann nicht.

Dann fing alles an. Ständiger Lärm von den Nachbarn über uns. Ok … gegen Babygeschrei oder so sagen wir ja nichts. Das ist ja normal. Schließlich haben wir selber drei Kinder. Ob es gebohre, ständiges Poltern u.ä. am Tag oder spät Abends oder sogar am Wochenende war, das interessierte unseren Nachbarn nicht. Von den Verschmutzungen und den ganzen Branntflecken in unsere Markise mal abgesehen. Er machte einfach seine Arbeit oder er schmiss einfach mal eine Party, die bis früh morgens ging. Es interessierte ihn einfach nicht, was in der Hausordnung steht.

Jetzt sind wir im Jahre 2019. Das Paar hat inzwischen zwei Kinder bekommen. Das dritte wohnt nicht bei der Mutter. Geändert hat sich seitdem nichts. Ständiger Lärm. Ob Tag oder Nachts. Keine Ahnung was die da oben immer machen. Aber das ist uns auch egal, solange wir endlich unsere Ruhe haben.

Jetzt haben wir herausbekommen, auch nur – weil sich das Paar über uns sich lautstark gestritten haben, dass sie uns die ganzen Jahre versucht haben, uns aus der Wohnung zu mobben. Warum auch immer. Und dafür benutzen sie ihre eigenen Kinder als Waffe. Das haben sie bei einem persönlichen Gespräch bei der Wohnungsbaugesellschaft nie gesagt. Diese hat aber auch nie wirklich was gegen diese Familie getan, außer immer eine Ermahnung zukommen lassen. Aber immer haben diese das dann immer abgestritten, mit den Aussagen wie: „Wir waren doch gar nicht da.“ oder „Wir haben die Party um 22:30 Uhr beendet und draußen weitergefeiert.“ Dabei haben wir Lärmprotokolle geführt. Natürlich mit Unterschriften von Zeugen. Einige Zeugen sind deswegen aus ihrer eigenen Wohnung schon ausgezogen. Das kann aber nicht sein. Oder?

Nun zu dem eigentlichen Thema. Aber ich musste ja von vorne Anfangen. Wie gesagt. Wir haben selber drei Kinder und diese waren auch nicht immer leise. Aber ab einem gewissen Zeitpunkt – bei uns war es immer ab 19:00 Uhr – war Ruhe. Aber nicht bei Ihnen. Da dürfen die Kinder bis Mitternacht und noch länger aufbleiben. Und das im Alter von ca. 5 und 10 Jahren. Dazu muss gesagt sein, dass durften die Kinder von denen von Anfang an.

Jetzt bin ich schon wieder ein wenig von Thema abgekommen. Also gesagt, wir haben auch drei Kinder. (Jetzt im Alter von 22,18 und 17 Jahre). Zwei meiner Kinder hat der ständige Lärm nichts ausgemacht. Anscheinend sind sie hart im nehmen. Aber unsere zweite, sie ist jetzt 18, hat es besonders schwer getroffen. Seit sie in der Grundschule ist, hat sie den Lärm mitbekommen. Die gesundheitlichen Einschränkungen kamen dann zusammen mit dem Schulwechsel in die Oberstufe. Durch den ständigen Lärm hat sie dunkle Augenringe bekommen, hat starke Schlafstörungen und kann nicht richtig ein- bzw. durchschlafen und war dann ein leichtes Opfer für die Mitschüler in der und außerhalb der Schule. Und falls sich jetzt jemand fragen sollte, warum habt ihr die Schule nicht gewechselt. Doch das haben wir. Sie war trotzdem immer schlecht gelaunt. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir auch eine Familienhelferin wegen ihrer ständigen Stimmungsschwankungen. Aber alle dachten nur, dass ist ja nur die Pubertät. Irgendwann war die Familienhelfern auch nicht mehr da. Sie war mit Ihrem Latein auch zu Ende und konnte uns nicht weiterhelfen. Also hieß es weiter. Augen zu und durch. Jeden Tag der Nachbarschaftslärm. Bis im Jahre 2016. Da war ein absoluter Tiefpunkt bei unserer damaligen 16- jährigen Tochter. Sie hat durch den ganzen Lärm Konzentrationsschwierigkeiten in der Schule gehabt und kam nicht mehr mit. Stress mit der Freundin und so weiter. Irgendwann hatte sie keine Kraft mehr. Wie wir jetzt wissen. Und was hat sie gemacht? Sie hat sich im Jahre 2016 versucht, sich das Leben zu nehmen. In der Klinik wurde dann festgestellt, dass sie an einer mittelschweren Depression leidet. Seitdem ist sie in Behandlung bei einer Psychologin. Es ist immer ein auf und ab. Jetzt im Jahre 2019 ist es wieder schlimmer geworden. Der Prüfungsstress, die Angst keine Ausbildung zu finden (aber die will sie auf keinen Fall mehr in unserem Bundesland bzw. in unserem Ort wo wir wohnen machen). Sondern im Süden Deutschlands. Ist aber auch nicht einfach, einen Ausbildungsplatz zu finden mit Unterkunft.

Wie man sieht, nicht nur Fluglärm – auch Nachbarschaftslärm – kann krank machen. Und das unsere Tochter wegen diesem Lärm krank geworden ist, dass wissen unsere lieben Nachbarn. Aber aufhören tun sie nicht. Die Frau will eigentlich deswegen nicht mehr mitmachen, aber wie sagt ihr Mann dazu. „Du steckst damit genauso drin, wie ich.“

Dazu kann ich nur sagen, sollte jemanden einmal genau dasselbe passieren wie uns, kann ich nur sagen. Geht zur Polizei und macht eine Anzeige. Lasst euch aber dabei nicht soviel Zeit, wie wir. Wir haben jetzt leider 10 lange Jahre gewartet. Auch wenn ich und meine Tochter höllischen Schiss davor haben. Unser Nachbar würde nicht davor zurückschrecken, weibliche Personen zu schlagen. Vielleicht macht die Wohnungsbaugesellschaft dann endlich etwas gegen solche Leute.

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