Festgeld und Tagesgeld – was spricht aktuell für diese Anlageformen?

Festgeld und Tagesgeld – was spricht aktuell für diese Anlageformen?

Die aktuellen Niedrigzinsphase ist noch immer davon geprägt, dass manche Anlageformen nicht mehr attraktiv sind und sogar dazu führen, dass der Anleger oder Sparer reale Kapitalverluste erleidet. Diese kommen deshalb zustande, weil die Zinsen für diese Anlagen geringer als die Inflationsrate sind, sodass das angelegte Geld schleichend weniger wird.

Dies betrifft insbesondere die drei Anlageformen, die in den Bereich der gesetzlichen Einlagensicherung fallen, aber auch einige andere Anlageoptionen. Wir möchten in unserem Beitrag gerne die Frage beantworten, warum Tagesgeld und Festgeld trotz niedriger Zinsen anscheinend weiterhin bei vielen Anlegern beliebt sind.

Diverse Anlageform mit äußerst geringer Rendite in der Niedrigzinsphase

Zunächst einmal möchten wir uns einen Überblick darüber verschaffen, welche Anlageformen in der Niedrigzinsphase mit einer besonders geringen Rendite ausgestattet sind. In der Übersicht handelt es sich dabei vor allem um die folgenden Anlage- und Sparprodukte:

  • Sparkonten
  • Sparbriefe
  • Tagesgeldkonten
  • Festgeldkonten
  • Geldmarktpapiere
  • Geldmarktfonds (in Euro)
  • Bundeswertpapiere
  • Weitere Anleihen

Im Grunde sind es nahezu alle Anlageprodukte aus der Risikoklasse I, bei denen Sie aktuell davon ausgehen können, dass die Rendite meistens geringer als die Inflationsrate ist. Somit ist der Sinn und Zweck einer Geldanlage im Prinzip nicht mehr vorhanden, denn diese soll zu realen Kapitalgewinnen führen und nicht dazu, dass das angelegte Geld aufgrund der Inflation immer weniger wird. Trotzdem ist es so, dass aktuell über zwei Billionen Euro der Bundesbürger auf die genannten Anlageformen verteilt sind, die in den Bereich der gesetzlichen Einlagensicherung fallen, also Spareinlagen, Tagesgeld, Festgeld und auch Guthaben auf dem Girokonto.

Zahlreiche Anleger aus Deutschland sind sehr sicherheitsorientiert

Ein wesentlicher Grund dafür, dass Tages- und Festgelder selbst in der Niedrigzinsphase kaum an Attraktivität für viele Anleger verloren haben, besteht darin, dass ein Großteil der Bundesbürger bei der Geldanlage sowie beim regelmäßigen Vermögensaufbau äußerst sicherheitsorientiert sind. Das bedeutet, man entscheidet sich lieber für eine sehr sichere Geldanlage mit einem vergleichsweise geringen Ertrag als das etwas höhere Risiko einzugehen, mit einer alternativen Anlageform deutlich bessere Renditen zu erzielen.

Dies ist die wesentliche Erklärung dafür, dass Tagesgeld, Festgeld und Spareinlagen in der Niedrigzinsphase weiterhin in einem so großem Umfang genutzt werden. Die Sicherheit ist zwar tatsächlich bei diesen Anlageformen sehr hoch und insbesondere aufgrund der Einlagensicherung mit nahezu 100 Prozent zu beziffern. Dennoch gibt es am Finanzmarkt einige Alternativen, die zwar auf dem Papier ein höheres Risiko haben, in der Praxis allerdings oftmals fast genauso stabil und sicher wie Tagesgeld & Co. sind. Zu nennen sind hier beispielsweise Aktien, insbesondere deutsche Standardwerte.

Mit DAX-Aktien haben Sie beispielsweise seit der Existenz des Deutschen Aktienindex (1987) in keinem Zeitraum von mindestens zwölf Jahren einen Verlust erleiden müssen, wenn Sie etwas breiter gestreut investiert haben. Somit sind Aktien in diesem Fall zwar von Grundsatz und auf dem Papier risikoreicher als Festgelder oder Tagesgeldkonten, in der Praxis ist dies allerdings häufig nicht der Fall. Dies gilt allerdings nur für einen langfristigen Anlagehorizont, der bei mindestens zehn Jahren liegen sollte.

Unterhalb dieser Haltedauer kann es natürlich passieren, dass Sie mit einem Aktieninvestment Verluste erleiden und auch oberhalb von zwölf Jahren ist dies natürlich nicht komplett auszuschließen. Dafür haben Sie allerdings gerade bei Aktien den großen Vorteil, dass die durchschnittliche Jahresrendite erheblich über dem Niveau der Zinsen liegt, die Sie auf dem Tages- oder Festgeldkonto erhalten.

Tagesgeld, Festgeld oder Spareinlagen – was ist die richtige Wahl?

Falls Sie auch zu den sehr sicherheitsorientierten Anlegern gehören und bewusst trotz niedriger Zinsen Ihr Geld auf einem Spar-, Festgeld- oder Tagesgeldkonto anlegen wollen, stellt sich vermutlich die Frage, welche dieser drei Anlagealternativen die beste Lösung ist. Zunächst möchten wir kurz noch einmal die Gemeinsamkeiten aufzeigen, durch die sich Sparkonten, Tagesgeldkonten sowie Festgeldkonten (Termineinlagen) auszeichnen können, nämlich:

  • Schutz durch gesetzliche Einlagensicherung
  • Zinserträge
  • Sehr transparente Anlageform
  • Kein Kursrisiko
  • Zu 100 % als Sicherheit für Kredite angerechnet

Diese fünf Eigenschaften haben alle drei genannten Anlagekonten gemeinsam. Da Sie aber wissen möchten, welche der drei Alternativen für Sie persönlich die beste ist, macht es natürlich Sinn, näher auf die Unterschiede einzugehen. Ein Unterschied findet sich insbesondere bezüglich der Verfügbarkeit des angelegten Kapitals und in dem Zusammenhang im Hinblick auf die Laufzeit.

Bei Sparkonten ist es in der Regel so, dass dort eine Kündigungsfrist einzuhalten ist, wenn Sie Guthaben verfügen möchten. Sie können das Geld zwar auch ohne vorherige Kündigung abrufen, allerdings fallen dann in der Regel Vorschusszinsen an. Je nach Höhe des Guthabens kann dies eine nicht unerhebliche Summe darstellen. Nur im Rahmen gewöhnlicher Sparkonten, bei denen die gesetzliche Kündigungsfrist existiert, sind oftmals kleinere Guthaben auch ohne vorherige Kündigung abzurufen.

Beim Festgeldkonto verhält es sich ähnlich, nur dass dort, ohne dass die vereinbarte Festlegedauer abgelaufen ist, in der Regel keine Verfügungen vorzeitig möglich sind. Lediglich wenn die Bank kulant ist, könnte es – unter Berechnung von Vorschusszinsen – erlaubt sein, vor Ablauf des Fälligkeitsdatums Guthaben zur Verfügung. In dieser Hinsicht am einfachsten und flexibelsten ist das Tagesgeldkonto. Dort müssen Sie weder eine Kündigung vornehmen noch kann die Bank es ablehnen, wenn Sie Guthaben verfügen möchten. Dies ist jederzeit, also täglich, spontan möglich.

Ein weiterer Unterschied zwischen Sparkonto, Tagesgeldkonto und Festgeldkonto sind die Laufzeiten. Beim Tagesgeld gibt es gar keine vereinbarte Laufzeit, bei Spareinlagen hängt diese vor allem von der Sparform ab. Beim Festgeld hingegen werden immer Laufzeiten vereinbart, die für gewöhnlich zwischen 30 Tagen und bis zu zehn Jahren betragen können. Bei den Zinsen gibt es natürlich Unterschiede, die allerdings nicht zu verallgemeinern sind. Was man jedoch festhalten kann: Aufgrund der langen Laufzeiten, die beim Festgeld möglich sind, werden Sie natürlich für eine Festgeldanlage über fünf Jahre einen deutlich höheren Zins erhalten, als wenn Sie Ihr Geld auf einem Tagesgeldkonto deponieren.

Sichere Anlagen und ertragsorientierte Anlageformen mischen

Zwar ist es insbesondere bei sicherheitsorientierten Anleger verständlich, dass auch in der Niedrigzinsphase nach wie vor auf Tagesgeld, Festgeld oder Sparkonto gesetzt wird. Auf der anderen Seite entgehen einem so allerdings deutlich bessere Renditen. Daher kann es für viele Anleger sinnvoll sein, eine gute Mischung zwischen hoher Sicherheit und attraktiver Rendite herzustellen. Dazu ist es allerdings notwendig, das vorhandene Kapital auf unterschiedliche Anlageprodukte aufzuteilen. Je nach Risikotyp können Sie sich auf diese Weise problemlos Ihr eigenes Portfolio zusammenstellen, das zum Beispiel wie folgt aussehen könnte:

  • 20.000 € auf Festgeld- und Tagesgeldkonto
  • 10.000 € Bundesanleihen
  • 10.000 € offene Immobilienfonds
  • 10.000 € Aktienfonds
  • 10.000 € Aktien

In diesem Fall legen Sie also insgesamt 60.000 Euro an, haben den Betrag jedoch auf fünf unterschiedliche Anlageprodukte verteilt, wobei insbesondere Aktien und Aktienfonds für eine durchschnittlich gute Rendite sorgen dürften. Den Sicherheitsaspekt haben Sie auch nicht vernachlässigt, denn immerhin sind nach wie vor 30.000 Euro auf Anlageformen verteilt, die als sehr sicher gelten.

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