Pflanz- und Pflegeanleitung für den Mangobaum

Pflanz- und Pflegeanleitung für den Mangobaum

Das Angebot an exotischen Pflanzen für den Garten, die Terrasse und den Wintergarten steigt hierzulande Jahr für Jahr. Der Pflanzenliebhaber muss für recht stattliche Exemplare nicht einmal tief in die Tasche greifen. Größer jedoch dürfte die Freude sein, einem selbst ausgesäten Mangobaum beim Gedeihen zuzusehen. Die Anzucht gelingt selbst dem Laien. Was dabei zu beachten ist, erklärt der nachfolgende Artikel.

Reife Mangofrucht auswählen

Die Früchte des Mangobaums werden auf dem Wochenmarkt, im Bioladen oder im Supermarkt angeboten. Wer ihre Samen zur Anzucht neuer Mangobäume verwenden möchte, sollte ausschließlich reifes Obst erwerben. Bestenfalls stammt dieses aus ökologischem Anbau, damit es während der Wachstumsphase keinen Insektiziden und anderen Chemikalien ausgesetzt war. Ob die Mango reif ist, lässt sich daran erkennen, dass das Fruchtfleisch auf Druck leicht nachgibt. Die Färbung der Mango ist weniger ausschlaggebend. Unterschieden werden nämlich zwei Arten: die indische Art, deren Früchte rötlich gelb erscheinen sowie die philippinische Art, bei der auch die reifen Mangos grün bleiben.

Den Stein öffnen

Der Samen der Mangofrucht befindet sich in einem Steinkern. Von diesem muss die äußere Hülle entfernt werden, um ans Innere zu gelangen. Dazu wird die Mango zunächst vom faserigen Fruchtfleisch befreit. Dann wird der Stein vorsichtig geöffnet. Dies gelingt am besten, indem dieser mit einem Messer aufgehebelt werden. Dabei darf der Samen nicht beschädigt werden. Die Form des Samens ähnelt der einer Bohne, jedoch kann sein Durchmesser zwischen 5 und 7 Zentimeter betragen.

Den Samen zur Keimung bringen

Damit die Keimung des Samens angeregt wird, wird dieser in einem Küchenpapier verpackt, das gleichmäßig feucht zu halten ist. Nass darf das Papier allerdings nicht sein, sonst schimmelt der Samen. Regelmäßige Kontrollen bewahren vor Verlusten. Um ein feuchtwarmes Klima sowie eine gespannte Luft zu erzeugen, wird das Küchenpapier nebst Samen in einer Klarsichtfolie oder in einer lichtdurchlässigen Kunststofftüte aufbewahrt. Diese ist mit einem Gummi luftdicht zu verschließen. Die Aufbewahrung erfolgt an einem warmen Ort, wobei ein natürlicher Lichteinfall das Wachstum des Keims fördert. Dann heißt es abzuwarten. Je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit kann mit der Keimung in fünf bis zehn Tagen gerechnet werden. Der Keimling zeigt sich als rötlich-grüner Austrieb am Ende des Samens. Etwas später lassen sich erste Wurzeln erkennen.

Den Keimling einpflanzen

Nun ist es an der Zeit, den Keimling einzupflanzen, schließlich benötigt die Pflanze nun lebensnotwendige Nährstoffe. Das Substrat kann eine handelsübliche Anzuchterde sein, deren pH-Wert im leicht sauren Bereich liegt. Wichtig ist, eine durchlässige Erde zu wählen, damit beim Gießen keine Staunässe entsteht. Aufgrund der Größe des Samens wird ein Anzuchttopf mit einem Durchmesser von mindestens zehn Zentimetern benötigt. Er wird bis etwa zwei Zentimeter unter dem Rand mit Substrat gefüllt. Anschließend wird der Keimling eingesetzt, wobei dieser nach oben zeigen muss. Dann wird er mit Substrat abgedeckt. Eine Folie beziehungsweise ein Glas auf dem Anzuchttopf sorgen noch einmal für ein angenehm feucht warmes Klima, bei dem der Keimling bestens gedeiht.

Das Substrat gleichmäßig feucht halten

In den kommenden Wochen muss das Substrat gleichmäßig feucht gehalten werden. Damit es nicht schimmelt, wird die Folie beziehungsweise das Glas einmal täglich kurz abgenommen. Bald schon treibt der Keimling aus dem Substrat. Er zeigt sich als grüner, kräftiger Austrieb, der täglich wächst und schon nach wenigen Tagen die ersten Blätter bildet. Diese glänzen aufgrund einer natürlichen Wachsschicht.

Den richtigen Standort wählen

Obgleich der Mangobaum in seinem natürlichen Lebensraum häufig in der prallen Sonne steht, sollten Jungpflanzen am Südfenster vor der Mittagssonne geschützt werden. Ist der Mangobaum etwas größer, kann er ab Mitte Mai auf dem geschützten Balkon oder auf der Terrasse stehen. Spätestens Mitte September wird er wieder eingeräumt. Während der Wintermonate benötigt er einen hellen Stand.

Gleichmäßig gießen

Beim Gießen des Mangobaums ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Das Substrat sollte feucht sein, Staunässe jedoch ist zu vermeiden. Wie häufig die Gießkanne zum Einsatz kommt, hängt vom Standort, von der Witterung und von der Größe des Mangobaums ab. Zumindest während des Sommers ist das tägliche Gießen anzuraten.

Bei der Düngung auf das richtige Maß achten

Während der ersten sechs Wochen wird der Mangobaum nicht gedüngt. Das im Handel erworbene Substrat ist mit ausreichend Nährstoffen versehen. Würde man zusätzlichen Dünger hinzufügen, würde die Pflanze verbrennen. Später kann dem Gießwasser etwa 14-tägig ein Flüssigdünger zugegeben werden.

Fruchtansatz erfolgt erst nach Jahren

In der freien Natur wächst der Mangobaum innerhalb vieler Jahre zu einem stattlichen Gewächs heran, das bis zu 30 Meter hoch werden kann. Da er hierzulande den Winter im Haus verbringen muss, wird er mit einem Kübel und somit mit weniger Nährstoffen auskommen müssen. Dadurch ist sein Wachstum eingeschränkt. Dennoch kann er bei guter Pflege auch hier einige Meter hoch werden. Nach einigen Jahren können sich kleine weiße oder gelbe Blüten zeigen. Steht der Mangobaum im Freien, übernehmen die Insekten die Bestäubung. Alternativ wird mittels eines Pinsels bestäubt. Gelegentlich gelingt es, den Mangobaum in unseren Gefilden zum Fruchten zu bringen. Die Chance ist allerdings eher gering. Der Aufwand der Anzucht des Mangobaums lohnt sich dennoch, da er dem Pflanzenfreund mit seinen glänzenden, lanzettförmigen Blättern und seinem kräftigen Wuchs viele Jahre erfreut.

Schädlingsbefall vermeiden

Der robuste Mangobaum ist nur wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Lediglich während des Winters ist bei trockener Heizungsluft mit dem gelegentlichen Befall der Spinnmilbe zu rechnen. Wird sie schnellstmöglich bekämpft, hat der Mangobaum gute Überlebenschancen.

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